Studien & Zahlen zur Intimchirurgie

Aktuelle Zahlen & Studien zur Intimchirurgie

Verschiedene wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Intimchirurgie immer mehr gesellschaftliche Akzeptanz erfährt. Die Schamlippenkorrektur ist beispielsweise die am siebthäufigsten durchgeführte Schönheitsoperation in Deutschland.

Aus Statistiken der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie (DGPRÄC) geht hervor, dass sich im Jahr 2005 etwa 1.000 Frauen einer Schamlippenkorrektur unterzogen haben und nur sechs Jahre später die Zahl der jährlichen Patientinnen bereits auf 5.440 Frauen angestiegen ist (1). An der Studie lässt sich eindeutig ablesen, dass die Intimchirurgie am weiblichen Genitalbereich in Deutschland schon lange kein Randthema mehr ist. Aber nicht nur in Deutschland steigt die Akzeptanz für intimchirurgische OPs: 2013 berichtet die Zeitschrift „psychosozial“, dass auch in Österreich sich die Zahlen der durchgeführten Schamlippenkorrekturen von 2001 bis 2011 verfünffacht haben (2).

Nationale und internationale Studien zur Intimchirurgie haben sich mit dem weiblichen Bewusstsein für den eigenen Genitalbereich beschäftigt. Dabei haben die unterschiedlichen Studien verschiedene Schwerpunkte gelegt. Häufig ging es jedoch um Fragen nach möglichen Beschwerden, ästhetischen Vorstellungen und der Meinung zu schönheitschirurgischen Operationen. Die Zahlen zeigen, dass immer mehr Frauen der Intimchirurgie positiv gegenüberstehen oder sich bereits für einen Eingriff entschieden haben. Als Gründe für solche Eingriffe wurden physische und psychische Belastungen durch das Aussehen oder die Anatomie des Schambereichs angegeben.

Was ist normal und schön? – ästhetischer Wunsch nach Intimchirurgie

Im Juli 2014 veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Intimchirurgie und Genitalästhetik e.V. (DGintim) die Ergebnisse einer Studie, die sich damit beschäftigte was beim weiblichen Genitalbereich als „normal“ empfunden wird (3). Die Umfrage-Teilnehmerinnen waren im Vorfeld der Studie sowohl negativ, neutral, als auch positiv gegenüber Intimchirurgie eingestellt. 51 % der befragten Frauen zwischen 16 und 64 Jahren gaben an, dass Sie mit dem Aussehen Ihres Intimbereichs zufrieden seien. 26 % der Teilnehmerinnen bezeichnen Ihren Schambereich als „nicht so schön“ und 23,1 % sogar als „hässlich“. Diese Frauen sahen vor allem Ihre herausragende innere Schamlippen oder Ihr hervorstehendes Klitorishäutchen als ästhetische Mängel.

In einer weiteren niederländischen Studie aus dem Jahr 2008 gaben 95 % der befragten Frauen an, dass Sie Ihre Vagina regelmäßig untersuchen und für 43 % spielt das Aussehen eine wichtige Rolle (4). Auch die Studie von Miklos JR und Moore, die 131 Frauen nach einer Schamlippenverkleinerung zum Entschluss für den Eingriff befragten, zeigt, dass die Ästhetik bei 37 % der Patientinnen den Anstoß für die OP gegeben hatte (5).

Diese Studien zur Intimchirurgie zeigen deutlich, welche einflussreiche Rolle das Aussehen des Genitalbereichs für die Entscheidung zu eine Schamlippenkorrektur spielt und welche psychische Belastung sich aus dem subjektiven Empfinden generieren kann.

Schmerzen und Beschwerden – medizinische Gründe für Intimchirurgie

Neben den ästhetischen Mängeln leiden viele Frauen, die sich für eine Schamlippenkorrektur entscheiden, vor allem unter funktionalen Störungen. Das zeigt eine ältere Studie aus dem Jahr 2000, die 163 Patientinnen nach einer Schamlippenverkleinerung zu den Ergebnissen der Operation befragte (6). 64 % der Frauen beklagen sich über Unannehmlichkeiten beim Tragen von bestimmten Kleidungen, 43 % haben mit Schmerzen bei Sportarten wie Joggen oder Reiten zu kämpfen und 43 % benennen Probleme beim Geschlechtsverkehr.

Ähnliche Symptome beschreiben auch 32 % der befragten Frauen, die sich in der Studie von Miklos Jr. Und Moore aus medizinischen Gründen für einen Eingriff entschieden hatten (5).

Gerade diese medizinischen Gründe werden in den Studien zur Intimchirurgie immer wieder als so störend für die Patientinnen beschrieben, dass ein normaler Alltag und ein gesundes Sexualleben dadurch behindert werden.

Ergebnisse der intimchirurgischen Eingriffe

Die verschiedenen Studien zur Intimchirurgie geben nicht nur Einblick in die statistische Entwicklung der Eingriffs-Zahlen und in der Gründe für die OPs, sondern auch in die Resultate und Qualität von Schamlippenverkleinerungen. Die anatomischen Ergebnisse von 93 % der Patientinnen der obengenannten Studie aus dem Jahr 2000 waren nach der Schamlippenverkleinerung zufriedenstellend (6).

89 % der Frauen gaben in dem Patientenfragebogen an, dass Sie mit der ästhetischen Veränderung zufrieden sind und 93 % bewerteten das funktionale Ergebnis als positiv. Insgesamt kam die Studie zu dem Schluss, dass es sich bei Schamlippenverkleinerungen um einen vergleichsweise kleinen Eingriff mit einem hohen Grad an Patienten-Zufriedenheit handle.

Quellen

Zahlen & Studien zur Intimchirurgie

(1) „Schönheit ist nicht alles!“, Statistik der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie.

(2) Braun, Weibliche kosmetische Genitalchirurgie. Überblick zum aktuellen Wissenstand und zur aktuellen Debatte, in: psychosozial 36. Jg. (2013) Heft II (Nr. 132).

(3) Studie der Deutschen Gesellschaft für Intimchirurgie und Genitalästhetik E.V. aus dem Jahre 2014.

(4) Koning, Zeijlmans, Bouman & van der Lei, Female attitudes regarding labia minora appearance and reduction with consideration of media influence, in: Aesthetic Surgery Journal, Jan-Feb 2009.

(5) Miklos & Moore, Labiaplasty of the labia minora: patients’s indications for pursuing surgery, in: The Journal of Sexual Medidine, Juni 2008.

(6) Rouzier, Louis-Sylvestre, Paniel & Haddad, Hypertrophy of labia minora: experience with 163 reductions, in: American Journal of Obstetrics & Gynecology, Jan 2000.