Studie zur Schamlippenverkleinerung bei Teenagern

Schamlippenverkleinerung bei Teenagern immer beliebter

Eine neue US-amerikanische Studie belegt: Die Anzahl an Teenagern, die eine Schamlippenverkleinerung durchführen lassen möchten, steigt.

Das Interesse der Mädchen unter 18 Jahren an einer Schamlippenkorrektur ist gemäß einer aktuellen Studie der American Society of Aesthetic Plastic Surgery um fast das Doppelte gestiegen. Während es 2014 erst 222 Jugendliche waren, die sich einer Labioplastik unterzogen haben, sind es 2015 bereits etwa 400. Die absoluten Zahlen sind zwar noch relativ gering, prozentual gesehen bedeutet das aber einen Anstieg von etwa 80 Prozent.

 Im Jahr 2015 wurden 4,6 Prozent der in den USA durchgeführten Schamlippenverkleinerungen bei Frauen unter 18 Jahren durchgeführt. Etwa 60 Prozent der Eingriffe entfallen auf Frauen zwischen 19 und 34 Jahren. Insgesamt ist die Zahl der Schamlippenkorrekturen in Amerika von 2014 auf 2015 um 16 Prozent in allen Altersgruppen gestiegen.

Die amerikanische Vereinigung von Geburtshelfern und Gynäkologen (ACOG) hat als Antwort auf diese Entwicklung eine Richtlinie für Intimchirurgen entwickelt. Sie enthält unter anderem Informationen darüber, wie Ärzten mit jugendlichen Patientinnen über eine Schamlippenkorrektur sprechen sollten.

Laut der ACOG sollten Ärzte vermehrt auf Alternativen zu einem operativen Eingriff hinweisen und junge Patientinnen dahingehend aufklären, dass ein „normales“ weibliches Geschlechtsorgan sehr unterschiedliche Formen haben kann.

Denn gerade diese Verschiedenheit in Form, Größe und Symmetrie stellt insbesondere für junge Mädchen immer öfter einen enormen Stressfaktor dar. Um die Schamlippen nicht zu einem weiteren Körperteil werden zu lassen, welches Jugendliche stark verunsichert, sieht die ACOG  die Verantwortung bei den Ärzten. Diese müssen ihre jungen Patientinnen beruhigen und aufklären.

Zu den Gründen für das steigende Interesse an einer Labioplastik zählen laut der Studie unter anderem der Trend zur Intimrasur, die idealistische Vorstellung von weiblichen Genitalien und das steigende Bewusstsein für die Intimchirurgie.

Die möglichen Risiken und Gefahren solch einer Operation werden unter anderem in den Richtlinien der ACOG aufgegriffen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass ein Eingriff nur bei Frauen gemacht werden sollte, deren Wachstum vollständig abgeschlossen ist.

Auch in Deutschland gibt es junge Mädchen, die sich einer Schamlippenverkleinerung unterziehen wollen, sei es aus rein ästhetischen Gründen oder aufgrund von akuten körperlichen Beschwerden. Dazu ist grundsätzlich eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten erforderlich. Doch selbst wenn diese vorliegt, bedeutet das nicht automatisch, dass der Chirurg den Eingriff auch durchführt.

Gerade bei sehr jungen Frauen wägen seriöse Ärzte das Für und Wider eines solchen intimchirurgischen Eingriffs ganz genau ab, bevor sie sich für oder gegen eine OP entscheiden. Ein seriöser Facharzt prüft ausführlich, ob eine medizinische Notwendigkeit besteht bzw. wie hoch der emotionale Leidensdruck der Patientin wirklich ist.