Inneren und äußere Schamlippen: Anatomie & Funktionen

Anatomie und Funktionsweise von Schamlippen

Sowohl die inneren als auch die äußeren Schamlippen sind Teil der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane. Die Schamlippen treten jeweils paarweise auf und umschließen als Weichteilfalten die Vagina. Man unterscheidet zwischen den äußeren Schamlippen, lateinisch Labia majora pudendi, und den inneren Schamlippen, lateinisch Labia minora pudendi.

Anatomie der inneren und äußeren Schamlippen

Die inneren und äußeren Schamlippen bilden zusammen mit dem Venushügel, der Klitoris, der Harnröhrenöffnung und dem Scheideneingang die äußeren Geschlechtsorgane einer Frau.

Die äußeren Schamlippen, auch große Labien genannt, beginnen am Venushügel und verlaufen als zwei Hautfalten bis zum Damm und begrenzen damit die Vulva. Sie enthalten neben Fettgewebe auch Talg-, Schweiß- und Duftdrüsen und sind im natürlichen Zustand bei erwachsenen Frauen von Schamhaar bedeckt. Im unteren Drittel der äußeren Labien befinden sich die beiden Vestibulardrüsen, die für die Befeuchtung des Scheidenvorhofs sorgen.

Die inneren oder kleinen Schamlippen werden manchmal auch Nymphae genannt und begrenzen seitlich den Scheidenvorhof. Sie sind dünne, berührungsempfindliche und gut durchblutete Hautfältchen.

Die Außenseite der inneren Labien ist stark pigmentiert und besteht aus mehrschichtigem Plattenepithel. Die weniger pigmentierten Innenseite enthält Talgdrüsen. An der Klitoris treffen die Falten aufeinander und bilden die Klitorisvorhaut bzw. den Kitzlerzügel.

Sichtbarkeit der inneren Schamlippen

Normalerweise sind die inneren Schamlippen nur sichtbar, wenn die Beine gespreizt oder die äußeren Schamlippen auseinandergezogen sind. Das ist aber nicht bei allen Frauen der Fall, denn die genetische Vielfalt und andere Ursachen sorgen manchmal dafür, dass die inneren Schamlippen die äußeren überragen und somit immer sichtbar sind.

Länge der inneren Schamlippen

Die Länge der inneren Schamlippen kann zwischen 0,5 und 6 cm variieren. Gemessen wird an der breitesten Stelle der Lippe senkrecht zur Längsachse der Vulva. Größe und Form der Vulva variieren also stark von Frau zu Frau. Die Vielzahl an Ausprägungen veranschaulicht, dass es keine Erscheinungsnorm des weiblichen Geschlechtsorgans gibt.

Neben den äußeren Geschlechtsorganen verfügt jede Frau auch über innere Geschlechtsorgane: die Vagina, den Uterus, die Eileiter und die Eierstöcke.

Funktionen der inneren und äußeren Schamlippen

Inneren und äußere Schamlippen: Anatomische Vielfalt

Die Labien dienen dem Schutz der Vagina, indem sie den Eingang zur Scheide verschließen und so die inneren Geschlechtsorgane vor Keimen, Folgeentzündungen und Austrocknung schützen.

Darüber hinaus erfüllen die Schamlippen auch sexuelle Funktionen. Die sensiblen inneren Schamlippen schwellen bei sexueller Erregung an und nehmen so bei der Stimulation eine wichtige Rolle ein. Bei Erregung fließt Blut in die Hautfalten, die Schamlippen nehmen eine dunklere Farbe an und der Weg zum Eingang der Scheide öffnet sich.

Außerdem bilden die Vestibulardrüsen, die sich am unteren Ende der äußeren Schamlippen befinden und auch Bartholin-Drüsen genannt werden, bei Erregung vermehrt ein Sekret, welches das schmerzfreie Eindringen des Penis beim Geschlechtsverkehr ermöglicht.

Bei einer Labienhypertrophie, der Vergrößerung der inneren Schamlippen, kann gerade die hohe Sensibilität der inneren Schamlippen zum Problem im Alltag werden: Sport, enge Kleidung oder der Geschlechtsakt können Schmerzen verursachen, die die betroffenen Frauen stark einschränken. Diese Probleme sind auch häufige Gründe für eine Labioplastik.

Sollte die Größe der inneren Labien zu Beschwerden oder Einschränkungen dieser Art führen, lohnt sich das Gespräch mit einem kompetenten Facharzt, um Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen. Auch auf diesem Portal finden Sie zahlreiche Informationen zum Verkleinern der Schamlippen.